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Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehört Heizöl im Jahresdurchschnitt zu Deutschlands preisgünstigsten Wärmeenergieträgern. So kostete 2001 die Wärmeversorgung eines Einfamilienhauses mit Heizöl durchschnittlich 413,74 Euro weniger als die Wärmeversorgung beispielsweise mit Erdgas. Danach mussten im abgelaufenen Jahr für 3000 Liter Heizöl 1137,68 Euro, für die vergleichbare Menge Erdgas (33.540 kWh) hingegen 1551,42 Euro bezahlt werden, jeweils bezogen auf die alten Bundesländer.

Seit 1980 nämlich ist Heizöl im Jahresschnitt kontinuierlich um rund 30 Prozent günstiger zu beziehen als Erdgas. Innerhalb dieses Zeitraums kostete eine 3000-Liter-Partie Heizöl im Jahresmittel jeweils 307,54 Euro weniger als die entsprechende Menge Erdgas. Während der Liter Heizöl zum Jahresende in den alten Ländern mit durchschnittlich 31,8 Cent zu Buche schlug, musste die einem Liter Heizöl entsprechende Menge Erdgas mit durchschnittlich 50,72 Cent vergütet werden. Da wundert es wenig, dass eine zunehmende Zahl von Besitzern veralteter Ölheizanlagen bei einer wärmetechnischen Sanierung ihrem bisherigen Wärmeenergieträger Heizöl treu bleibt und in eine moderne Ölheizung investiert. Schließlich bestimmen neben den Anschaffungskosten maßgeblich die laufenden Betriebskosten, vor allem also die Brennstoffkosten, die Gesamtwirtschaftlichkeit eines Heizsystems. Und um die ist es bei modernen Ölheizgeräten nicht nur dank der relativ niedrigen Brennstoffkosten gut bestellt, sondern auch aufgrund sparsamer Betriebsweise und hoher Wirkungsgrade. So liegt der Energiebedarf heutiger Öl-Brennwertkessel um bis zu 40 Prozent, der Verbrauch moderner Öl-Nieder- oder Tieftemperaturkessel um bis zu 30 Prozent unter dem einer technisch veralteten Heizanlage. "Mit dieser Ersparnis bei den laufenden Brennstoffkosten lässt sich bereits ein beachtlicher Teil des Modernisierungsaufwandes finanzieren, schlussfolgert das Institut für wirtschaftliche Oelheizung e.V. (IWO).

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Brennwert statt Heizwert

Seit die Brennwerttechnik Einzug in moderne Gas- und Ölheizungen gehalten hat, sorgt ein Kuriosum nicht nur bei Konsumenten für Verwirrung: Die Angabe von Wirkungsgraden über 100 Prozent.
Physikalisch ist es nicht möglich, mehr Energie aus einem System zu gewinnen als eingebracht wird. Die Lösung des paradoxen Zahlenspiels ist eine Definitionsfrage: Wird bei der herkömmlichen Verbrennungstechnik davon ausgegangen, dass bei der Verbrennung natürlich Kohlendioxid und Wasserdampf entstehen, so ist die Brennwerttechnik bestrebt, auch noch jene Energie zu gewinnen, welche das bei der Verbrennung entstandene Wasser im dampfförmigen Zustand enthält. Man spricht dabei von der sogenannten "latenten Verdampfungswärme" des Wassers.
Heizwert nur historisch interessant

Dementsprechend ist auch bei der Angabe des Energiegehaltes eines Brennstoffes zwischen dem Heizwert ohne Einbeziehung der latenten Wärme (technische Begriffe: Heizwert, unterer Heizwert, Hu, Hi) und jenen mit Einbeziehung der latenten Wärme (Brennwert, oberer Heizwert, Ho, Hs) zu unterscheiden.
In der Vergangenheit, als von Brennwerttechnik noch keine Rede war, einigte man sich darauf, den Wirkungsgrad generell durch den "unteren Heizwert" zu definieren. Um die Vergleichbarkeit mit konventionellen Systemen aufrecht erhalten zu können, ist man bei der Brennwerttechnik übereingekommen, den unteren Heizwert als Bezugsgröße zu belassen. So kommt es zu der anscheinend paradoxen Angabe eines Wirkungsgrades von über 100 Prozent.


Mittlerweile gibt es allerdings Bestrebungen, auf EU-Ebene den "oberen Heizwert" oder "Brennwert" als Bezugsgröße einzuführen, womit allerdings die Gaswirtschaft wenig Freude hätte. Denn dann hätten sowohl Gas- wie auch Ölbrennwertgeräte einen gleichen - korrekt definierten - Wirkungsgrad von unter hundert Prozent. Wird dagegen der "untere Heizwert" als Berechnungsbasis herangezogen, ergeben sich auf Grund des unterschiedlichen Wasserstoffanteils von Gas und Öl Berechnungsdifferenzen, die für Gasbrennwertgeräte rund fünf Prozent höhere Wirkunsgrade als für Ölbrennwertgeräte ausweisen.
Tatsächlich liegt der Brennwert für beide Heizungssysteme bei Einsatz der Brennwerttechnik bei 96 Prozent. Oder in absoluten Zahlen ausgedrückt: Bei Erdgas beträgt der Brennwert 11,5 kWh/m3, bei Heizöl Extra Leicht 10,7 kWh pro Ltr. (12,6 kWh pro kg).

Quelle: Brennstoffspiegel 03/2001